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Stromausfälle. Explodierende Energiepreise. Prouktionsstopp bei Düngerherstellern

Düngerhersteller

In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden gab es am 13. September einen großflächigen Stromausfall. Tausende Haushalte sowie Geschäfte, Ampeln und Straßenbahnen waren mehrere Stunden ohne Strom. Betroffen waren laut tag24.de vorübergehend 300.000 Haushalte im gesamten Versorgungsgebiet sowie zahlreiche Industriekunden. Ursache für den Stromausfall sei eine Störung im Hoch- und Mittelspannungsnetz gewesen. auftrat. Eine 110-Kilovolt-Anlage im Umspannwerk Dresden-Süd war ausgefallen.

Am 14. September fiel In einem größeren Gebiet in der Mecklenburgische Seenplatte in tausenden Haushalten der Strom aus. Ersten Erkenntnissen zufolge ist dem Nordkurier zufolge eine 20 KV-Leitung zwischen Neubrandenburg und Penzlin ausgefallen, erklärte der Sprecher des Netzbetreibers Edis. Techniker würden derzeit versuchen, den Fehler zu finden und zu beheben. Die Störung dauerte mehrere Stunden.

Das deutsche Stromnetz ist nach Darstellung der Bundes-Netzagentur (BNetzA) dennoch stabil. Trotz der Energiewende sei es seit 2006 so zuverlässig wie nie zuvor. Wie Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sagte, war die „Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland im Jahr 2020 erneut sehr gut. Die bisher niedrigste Ausfallzeit des Jahres 2019 konnte im Jahr 2020 erneut unterboten werden.” Das zeige, dass die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität haben.

Stromausfälle und Blackout drohen

Agrarheute sieht die Situation weniger optimistisch als die Bundesnetz-Agentur. Explodierende Energiepreise zwingen die ersten Unternehmen in Europa, energieintensive Fabriken zu schließen. Der Düngerhersteller Yara lege zum Beispiel 40 Prozent seiner Produktion wegen der extrem hohen Gaspreise still. Yaras europäische Ammoniak-Produktion von eigentlich 4,9 Millionen Tonnen soll um etwa 2 Millionen Tonnen reduziert werden. Ohne die Herstellung von Ammoniak wäre es nicht möglich, die Menschheit zu ernähren. Ammoniak wird zur Herstellung von Ammoniumnitrat verwendet, einem der am häufigsten verwendeten Düngemittel auf der Grundlage von Erdgas und Stickstoff.

Andere große Hersteller gehen ähnlich wie Yara vor. Das habe Auswirkungen auf die Versorgung mit Mineraldünger. Ein weiteres Problem sei, dass wegen Gasmangels im Winter europaweit Stromausfälle und Blackouts drohen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs warnt laut Agrarheute in einem aktuellen Bericht vor möglichen großflächigen Stromausfällen in Europa im kommenden Winter. Sorgen machen den Energieexperten der Bank vor allem die fast leeren Gasspeicher, bei denen gleichzeitig nur spärliche Vorräte eintreffen. Die Bundesregierung ignoriert sämtliche Warnungen. Sie nimmt die drohenden Versorgungslücken in Kauf.

Sollte der kommende Winter so kalt werden wie der vorherige, drohe Europa eine akute Energiekrise, heißt es. Regierungen könnten laut Agrarheute gezwungen werden, die Schließung bestimmter Industrien anzuordnen. „Es könnte sehr hässlich werden, wenn wir nicht schnell handeln, um jeden Zentimeter der Speicher zu füllen“, zitiert „Bloomberg“ den Chef des italienischen Versorgers Snam. Italien hat die staatlich regulierten Gaspreise bereits massiv erhöht und vor dem Winter weitere Preiserhöhungen angekündigt.

Auch wenn große Stromausfälle vermieden werden, drohe Europas Wirtschaft eine Kostensteigerungsspirale, die die Erholung nach der Corona-Krise bremsen und die Verbraucherpreise weiter anheizen werde. “Neben Gas und anderen Energieträgern fehlen den Unternehmen auch andere Rohstoffe und Zwischenprodukte wie Mikrochips. Die Inflation in Deutschland ist bereits auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren geklettert.”

Den deutschen Sonderfall zum Blackout sollte man nicht unterschätzen

“Wind- und Solarenergie werden nicht immer dann produziert, wenn die Energie benötigt wird. Teilweise produzieren alle Windkraftanlagen Deutschlands über längere Zeit weniger Strom als ein einziges Kohlekraftwerk. Daher muss ständig eine grundlastfähige Kraftwerkskapazität vorgehalten werden, die den gesamten Strombedarf Deutschlands decken kann. Dies wird mit dem Atom- und Kohleausstieg nicht mehr der Fall sein.” (energieausfall.de)


Titelbild: schauhi, pixabay

 
Veröffentlicht unter Beiträge, Energiewende

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