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Richtig handeln beim Energieausfall

Für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) haben Forscher das Szenario und seine Auswirkungen untersucht. Sie kamen zu dem Schluss: Ein massiver Blackout wäre eine Katastrophe, die das Leben in Deutschland rasch an seine Grenzen führen würde. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) fasst die wichtigsten Punkte zusammen:

  • Unmittelbar nach dem Stromausfall bleiben Züge stehen und Aufzüge stecken.
  • Die Beleuchtung fällt aus – ebenso Ampeln, was zum Chaos im Straßenverkehr führt. Wer mit seinem Auto in einer Tiefgarage steht, muss warten, bis die blockierenden Schranken abgebaut werden.
  • Elektrisch betriebene Türen hingegen öffnen sich dank automatischer Entriegelung.
  • In gesicherten Bereichen, etwa bei Banken, versagen Schleusen und Videoüberwachung.
  • Die Bildschirme der Fernsehgeräte bleiben schwarz, nur batteriebetriebene Radios sind noch auf Empfang – solange die Rundfunksender mit Notstrom betrieben werden können.
  • Da die für den Datenverkehr nötigen Router ausfallen, lassen sich übers Internet keine Informationen mehr erhalten.
  • Auch die meisten Festnetztelefone funktionieren nicht mehr, das Mobilfunknetz dürfte wegen Überlastung rasch ans Limit geraten.

Die unzureichenden Möglichkeiten zur Information und Kommunikation sehen die Fachleute des TAB als eines der größten Probleme bei einem Blackout. Eine Alternative zu TV und Internet bietet zunächst das Radio im Auto. Das wiederum ist nur noch für eine begrenzte Strecke fahrbereit.

  • Da die Pumpen an den Tanks der Zapfsäulen streiken, gibt es an der Tankstelle bald keinen Treibstoff mehr.
  • Polizei und Feuerwehr sind überlastet, weil sie etwa den Verkehr regeln oder Menschen aus steckengebliebenen Fahrstühlen befreien müssen.

In Krankenhäusern springen nach dem Stromausfall Dieselaggregate an, die wichtige medizinische Geräte mit Notstrom versorgen. Das funktioniert allerdings nur, solange noch Kraftstoff verfügbar ist. In den Kliniken gibt es einen Vorrat an wichtigen Medikamenten, mit dem sich die Notversorgung der Bevölkerung für eine Weile sicherstellen lässt.

  • Weil die Anlagen fürs Be- und Entladen und die Logistik stillstehen, kommt der Warenumschlag in den Häfen rasch zum Erliegen, auch der Betrieb an Flughäfen ruht. Landungen von Flugzeugen sind aber dank Notstrom noch möglich.
  • In den meisten Fabriken und Handwerksbetrieben sowie in vielen anderen Unternehmen muss die Arbeit eingestellt werden.
  • Schwierig wäre die Situation in landwirtschaftlichen Betrieben, die auf elektrischen Strom für Melkmaschinen, automatische Fütterung oder Lüftung in den Ställen angewiesen sind. Dauert der Blackout mehrere Tage an, drohen viele Tiere zu verenden.
  • Da die Kühlung ausfällt und der Nachschub stockt, werden nach einigen Tagen auch die Lebensmittel in den Supermärkten knapp.
  • Was es noch zu kaufen gibt, lässt sich nicht mehr bargeldlos bezahlen. Und auch die Scheine gehen allmählich zur Neige, da Bankautomaten keine mehr hergeben.
  • Im Winter fallen die meisten Heizungen aus, im Sommer die Klimaanlagen. Auch die Versorgung mit Trinkwasser wird ein Problem. Sie basiert vielerorts auf Pumpstationen, die nun nicht mehr laufen.
  • Der fehlende Strom lässt zudem Klärwerke versagen. Abwässer fließen deshalb ungereinigt in Bäche und Flüsse. Zusammen mit dem Mangel an frischem Wasser und dem Ausfall der Toilettenspülung führt das nach einiger Zeit zu schlimmen hygienischen Verhältnissen.

Nach ein bis zwei Wochen ohne elektrische Energie nehmen die Folgen des Blackouts dramatische Dimensionen an:

  • Die meisten Geschäfte müssen schließen, weil sie keine Waren mehr anzubieten haben.
  • Für Trinkwasser, Löschwasser, die Versorgung mit Lebens- und Arzneimitteln sowie den Betrieb medizinischer Geräte muss eine umfassende Notstromversorgung aufgebaut werden. Der Dieselkraftstoff für die dazu genutzten Generatoren und die Transport-Lkw muss teils über weite Strecken herbeigeschafft werden.
  • Auch die Polizei leidet unter Treibstoffmangel und Kommunikationsproblemen – das erleichtert Dieben, Einbrechern und anderen Kriminellen ihr Geschäft.

Mit warmer Kleidung lässt sich die Heizung eine Zeitlang ersetzen. Wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz im Haus haben.
Halten Sie einen Vorrat an Kerzen und Taschenlampen (z. B. eine Kurbeltaschenlampe oder auch Solar- und LED-Leuchten) sowie Ersatzleuchtmittel, Batterien, Streichhölzer oder Feuerzeuge, Kerzen usw. im Haus.
Kleinere Mahlzeiten können Sie auf einem Campingkocher zubereiten.
Nutzen Sie einen Garten- oder Tischgrill, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird. Vorsicht! Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Erstickungsgefahr!
Sorgen Sie dafür, dass die Akkus an Computern, Mobiltelefonen, Telefonen usw. geladen sind. Solarbetriebene Batterieladegeräte können eine Hilfe sein.
Denken Sie daran, eine ausreichende Bargeldreserve im Haus zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.
Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit. Lesen Sie hierzu das Kapitel „Im Notfall auf dem Laufenden bleiben“.
Weitere Tipps finden Sie auch in dem Flyer „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“.

 
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